Stefan Seifert – mit 41 nochmal Tennisprofi werden
Jun 05, 2026
Mit 41 hängen die meisten Profis den Schläger an den Nagel. Stefan Seifert greift nochmal an — mit einem klaren Ziel: einmal ins Hauptfeld von Wimbledon. Über 38.000 Menschen verfolgen dabei seinen Weg. Aus Leidenschaft — und mit einem klaren Plan.
Das ist der Auftakt unserer Season Stories — dem Format, mit dem wir Spieler über die Saison hinweg begleiten. Den Anfang macht Stefan Seifert.
Wie wir auf Stefan kamen — von Ole
Kennengelernt habe ich Stefan, als ich eine Woche als Gast an der TennisBase in Hannover mittrainiert habe. Klar spielen ein paar Profis bis weit über 35 oben mit — ein Djokovic mit 39, ein Wawrinka, der mit 41 seine letzte Saison spielt. Aber die lassen ihre Karriere ausklingen. Dass einer in dem Alter sagt: ‚Ich greife nochmal komplett neu an' — das hatte ich vorher noch nie gehört. Ich verfolge Stefan jetzt seit gut einem Jahr, und für mich war sofort klar: Das passt zu COURT7, und diese Geschichte muss erzählt werden.
Wer ist Stefan?
Angefangen hat alles in Hannover-Bothfeld — 200 Meter von der Sportanlage entfernt, mitten im Tennisboom der Achtziger. Stefan und sein Bruder zerlegten zuhause mit Spielzeugschlägern das Wohnzimmer, bis die Eltern sie kurzerhand zum Tennis schickten. „Das war eigentlich unausweichlich."
Anfang der 2010er war Stefan schon einmal ein vielversprechender Profi — Career-High Rang 228 (2012), mit Auftritten in den Qualifikationen von French Open, Wimbledon und US Open. Im November 2011, mit 26, besiegte er im Finale eines Future-Turniers im türkischen Antalya einen 18-Jährigen, der später zur Nummer 3 der Welt und zum US-Open-Sieger werden sollte: Dominic Thiem. Stefan verlor den ersten Satz, lag im zweiten 0:3 zurück — und drehte das Match noch zum 3:6, 7:5, 6:3.
„Ich lag aussichtslos zurück, habe aber nicht aufgegeben. Irgendwann ist der Knoten geplatzt — und so ein Match kippt. So einen Tag vergisst du nicht."
Dann kam 2014 — und das Aus. Nicht wegen der Form: Irgendwann wurde die organisatorische und finanzielle Belastung einfach zu groß.
Coach und Spieler in einer Person
Weg vom Tennis war Stefan nie — er wurde Trainer an der TennisBase Hannover, einem Bundesstützpunkt des Deutschen Tennis Bundes, und formte Nachwuchs. Bis vor Kurzem coachte er Niels McDonald, der 2025 als erster Deutscher seit Alexander Zverev das Junioren-Turnier der French Open gewann.
Das Besondere: Stefan ist beides gleichzeitig. Er coacht die nächste Generation und greift parallel selbst wieder an. Bei der Deutschen Jugendmeisterschaft steht er als Trainer am Platz, eine Woche später sitzt er selbst im Auto oder Flieger zum nächsten Turnier.
„Ich bin dem Verband einfach dankbar, dass er das zulässt. Meine Trainerstunden lege ich auf die Tage, an denen ich selbst regeneriere — und weil mir die Arbeit mit den Kids so viel Spaß macht, ist das keine zusätzliche Belastung. Im Gegenteil: Was man gern macht, baut Stress ab."
Der Körper mit 41
Die Frage steht unter fast jedem seiner Videos: Wie macht man das mit 41? Stefans Antwort ist unspektakulärer, als man denkt — er hat nie aufgehört und immer viel Athletik gemacht.
Heute trainiert er nicht härter als die 20-Jährigen, sondern klüger. Cross-Training gehört dazu, und nicht nur das Naheliegende: „Nicht jedes Workout muss tennisspezifisch sein. Kickboxen zum Beispiel bringt überraschend viele Überschneidungen."
„Regeneration, Ernährung, Schlaf — das hat bei mir heute oberste Priorität. Mit 25 lief das eher zufällig. Heute weiß ich nach jeder Einheit genau, wie lange ich Pause brauche und was mein Körper wann braucht. Was ich den Kids seit Jahren beibringe, ziehe ich jetzt einfach bei mir selbst konsequent durch."
Wie hart das werden kann, zeigte sich zuletzt in Südafrika: Wegen Dauerregens musste Stefan dort vier Matches in 48 Stunden durchziehen — und gewann sie alle.
Und wie ist es, mit 41 gegen Gegner anzutreten, die halb so alt sind? Für Stefan macht das keinen Unterschied. „Auf dem Platz ist das Alter völlig egal — für mich wie für die jungen Gegner. Das ist einfach eins gegen eins. Was ich aber merke: Der Respekt ist groß. Manche fragen mich nach dem Match sogar, wie ich ihr Spiel einschätze."
Minus 2.100 Euro
Wie konkret die Tour aussieht, rechnet Stefan seiner Community offen vor: drei Wochen, drei Turniere in Südafrika, am Ende ein Minus von 2.100 Euro.
„Klar, ich spiele um Preisgeld — aber richtig verdienen tue ich damit noch nicht."
Sein Trainerjob schafft die finanzielle Basis, dazu kommt das eine oder andere Preisgeld aus der Liga. Den Rest macht Stefan über kluge Entscheidungen — kein eigener Coach auf Reisen, Training im Stützpunkt, Unterkünfte teilen, Turniere gezielt aussuchen.
Genau hier kommt COURT7 ins Spiel. Seit dieser Saison rüsten wir Stefan komplett aus — Match Day, Recovery, alles dazwischen. Und es bleibt nicht bei der Ausrüstung: Seine Saison halten wir gemeinsam als Season Story fest — Episode für Episode, hier im Blog und auf Instagram.
„Die Sachen sind wirklich gut — Tragekomfort, die Farben, alles. Und die Shorts mit den versteckten Reißverschlusstaschen lösen sogar ein echtes Alltagsproblem: Wer mit dem Rad zur Anlage fährt, muss keine Angst mehr haben, dass unterwegs Schlüssel und Handy aus der Hose rutschen. Das Streifenshirt habe ich sowieso fast immer an — außer im Match selbst, da sind es die Performance-Shirts."
Wie realistisch ist das alles?
Druck macht sich Stefan bewusst keinen. „Ein festes Zeitfenster habe ich mir bewusst nicht gesetzt. Geduld ist im Tennis das A und O — mal geht es schnell, mal dauert es." Das Ziel für 2026 ist trotzdem klar: bis Jahresende in die Top 600, um in Challenger- und größere Future-Turniere zu kommen. Dafür braucht er rund 25 Turniere — fast jede zweite Woche eins.
Und es zahlt sich aus: In Südafrika spielte Stefan drei Turniere, sammelte vier ATP-Punkte und verbesserte sich um knapp 100 Plätze auf Platz 1.019. Mal souverän, mal denkbar knapp: Tiebreak-Krimis, ein deutlicher Zwei-Satz-Sieg, aber auch klare Niederlagen gegen jüngere Gegner. Und all das dokumentiert Stefan auf Instagram — für eine Community, die jede Etappe mitverfolgt.
„Ich weiß genau, was ich spielen kann — ich muss es einfach nur zusammenbringen. Und ich werde gerade von Match zu Match besser. Das Level ist da, der Rest ist Arbeit."
Wenn 38.000 zuschauen
Vor wenigen Monaten folgten Stefan ein paar Hundert Leute auf Instagram, als COURT7 bei ihm einstieg: als Sponsor, und mit der Idee, seine Saison gemeinsam als Season Story zu produzieren. Heute verfolgen mehr als 38.000 seinen Weg, Tendenz täglich steigend.
„Ich bin da völlig unbefangen rangegangen, ohne jede Erwartung. Dass es so einschlägt, hätte ich nie gedacht. Druck ist das für mich nicht — eher Ansporn. Was mich am meisten freut, sind Nachrichten von Leuten, die schreiben, dass meine Geschichte ihnen wieder Lust gemacht hat, selbst öfter zu spielen oder sich mal wieder ein richtiges Ziel zu setzen. Ein paar Leute zurück auf den Platz zu bringen — das ist für mich das Größte."
Mehr als ein Comeback
Bei allem Trubel — was Stefan am Ende wirklich antreibt, ist erstaunlich simpel.
„Tennis ist einfach das Schönste, was es gibt. Es fühlt sich kaum etwas besser an, als den Ball sauber zu treffen — wenn er genau dort landet, wo du ihn haben wolltest, auf den Zentimeter. Allein die Bewegung macht mir Spaß."
So klein die tägliche Freude, so groß ist der Traum dahinter.
„Wimbledon wäre mein großer Traum — Rasen ist mein bester Belag, einmal ins Hauptfeld zu kommen, das wäre es. Klar ist das weit weg und harte Arbeit. Aber für mich ist der Weg das Ziel: Selbst wenn ich am Ende ‚nur' wieder in den 500ern stehe, ist nichts gescheitert. Das ist meine eigentliche Botschaft — du darfst dir große Ziele setzen, und wenn du sie nicht erreichst, hast du trotzdem nicht versagt. Du hast auf dem Weg unfassbar viel erlebt und gelernt."
Genau das ist die Idee hinter unseren Season Stories: nicht nur Ergebnisse zu zeigen, sondern den ganzen Weg. Wie weit Stefan diese Saison kommt, ist offen — gerade das macht es spannend. Wir begleiten ihn weiter, Etappe für Etappe: Siege, Reisen, Kosten, Körper, Kopf.
Folge der Season Story
Gemeinsam mit Stefan produzieren wir das Format Season Stories: Videos und Fotos, die seine Turniere, Fortschritte und Erfolge dokumentieren. Zusätzlich nimmt Stefan euch in seinen Stories hautnah mit.
Folge @court7.eu für die ganze Season Story — und Stefan direkt auf @stefan.seifert.tennis.